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Integrales Tantra – der mittlere Weg

Tantra in seinen unterschiedlichen Formen tendiert oft zum Extremen. Einige Elemente werden überbetont, die anderen zu wenig.
So wird z.B. im Neo-Tantra, wie es in den meisten westlichen Schulen gelehrt wird, das Sexuelle zu sehr in den Vordergrund gestellt, in dem traditionellen Schulen ist es vielleicht das Guru-Prinzip.

Dadurch, dass wir uns immer wieder auf den integralen Gedanken (siehe dazu den Wikipedia-Eintrag) beziehen, versuchen wir Einseitigkeiten zu vermeiden und folgen dem Prinzip des Mittleren Weges, von dem auch der Buddha schon angetan war.

Das Integrale Tantra positioniert sich in der Mitte zwischen

  1. traditionellem Tantra und Neo-Tantra
  2. linkshändigem, rotem und rechtshändigem, weißem Tantra
  3. spirituell-religiöser und weltlich-profaner Sphäre
  4. Disziplin und Let-it-flow

Was das nun heißt?
1. Traditionelles Tantra und Neo-Tantra

Das traditionelle Tantra ist ein alter indischer Weg (z.T. auch in Tibet weiterentwickelt), der versucht, eine vielschichtige Welt aus Gegensätzen wahrzunehmen und diese zu überwinden durch Meditation, Yoga, magische Techniken wie Mantrarezitation und durch Rituale, die z.T. auch Sex beinhalten. Ziel ist da immer das spirituelle Voranschreiten und die Erleuchtung, die Hauptmethode ist die Entfesselung der Kundalini-Kraft durch die Chakras.
Das Neo-Tantra kann man eher verstehen als Weg, Sexualität, Erotik und Partnerschaft mit Meditation und Ritual anzureichern. Das Ziel ist ein bewussteres In-Der-Welt-Stehen, Herzöffnung und mehr Tiefe in der Sexualität. Dieser Weg versucht Meditation mit westlichen Therapie-Methoden zu integrieren, z.B. Bio-Energetik oder Encounter- oft ist das recht dynamisch und vital.

Im integralen Tantra arbeiten wir mit Methoden und Zielsetzungen aus beiden Hauptrichtungen. Unser Ziel ist ein integriertes Vorwärtskommen in allen wichtigen Lebensbereichen. In fortgschrittenen Stufen arbeiten wir auch maßvoll mit Kundalini-Techniken.
Vom Setting her ist es uns wichtig, statt zu dynamischer und spektakulärer Erfahrungen eher auf sanftere, aber nachhaltigere Weise vorzugehen, und erst mal eine Basis schaffen. Unsere Teilnehmer sollen durch regelmäßige Praxis von Yoga und Meditation und durch  maßvolle Arbeit an den eigenen “Schattenanteilen” zu größerer Ruhe und Zentrierung kommen. In der Sexualität versuchen wir zuallererst die volle Lustfähigkeit zu ermöglichen, bevor wir mit tantrischen Transformationstechniken arbeiten.

2. Linkshändiges und rechtshändiges Tantra
In der Tradition unterscheidet man zwischen dem Pfad, der ausschließlich auf Meditation, Energiearbeit und religiöser Verehrung beruht (der rechte Pfad) und dem Weg, der auch Sinnlichkeit, Sexualität und Leidenschaft einschließt (der linke Pfad).
Unser integrales Tantra nutzt auch die Sinnlichkeit, Beziehung, Sexualität und Eros, erschöpft sich aber nicht darin. Wir legen ebenso Wert auf Meditation, auf Phasen der Ruhe und Besinnung (z.B. empfehlen wir auch längeres “sexuelles Fasten”) und überhaupt auf  Zentrierung. Wir haben auch einen ethischen Rahmen formuliert, in dem wir uns bewegen wollen.
Wir sehen uns in einer moderat linkshändigen Tradition,  deren Ziel die Befreiung von allen Fesseln ist, auch von dem Drang, immer Sex haben zu müssen. Trotzdem nutzen wir im Gegensatz zu vielen Neo-Tantra-Instituten auch die klassischen indischen Rituale, in denen es auch zu sexueller Vereinigung (maithuna) kommt – allerdings nur mit fortgeschrittenen Teilnehmern und mit einer klaren spirituellen Zielsetzung.

3. Heilig und profan

Wir folgen einem pan-entheistischen Gottesvorstellung – alles hat einen göttlichen Kern. Dabei sind wir aber keineswegs esoterisch in einem negativen Sinne. Wir glauben auch nicht an Götter außerhalb unseres Geistes. In unserer Praxis versuchen wir die religiöse und die weltliche Sphäre näher zusammen zu bringen – in der Kirche ist es nicht heiliger als auf der Toilette!
Wir sind überzeugt, dass es höhere Dimensionen der Erfahrung gibt und man die durch Praxis auch erreichen kann. Der Alltag (Materie, Geld, Arbeit, Kinder, Ordnung) ist jedoch aus Sicht des integralen Tantra genauso wenig zu vernachlässigen und nicht weniger wichtig. Unsere Rituale haben Ernst und Tiefe, es darf aber dabei auch mal gelacht werden.

4. Disziplin und Flow

Wir streben einen Mittelweg an zwischen der willensorientierten, disziplinierten Ausrichtung des Hatha-Yoga und der Haltung, die manchen Neo-Tantra-Schulen zu eigen ist, dass Tantra nicht weiter bedeutet, als zu sich selbst ja zu sagen und sich zu entspannen.
Unseren Schülern empfehlen wir eine regelmäßige Praxis und kontinuierliche Arbeit an sich selber, wir stehen aber auch für Entspannung, Spaß und alle Fünfe mal grade sein lassen!

Unserer Ansicht nach schafft dieser mittlere Pfad einen größeren Raum für unterschiedliche Menschen, sich  auf ihre eigene  Weise zu entfalten. Durch das große Angebot verschiedener Möglichkeit erhöht sich die Chance, dass die richtige Methode beim richtigen Menschen das Richtige auslöst.

Wer sich davon angesprochen fühlt, kann sich auf unserer Seite www. secret-of-tantra.de weiter informieren.
Unser Jahrestraining 2011 beginnt bald, nämlich am 30. März – es sind noch ein paar Plätze frei, auch einzelne Männer sind herzlich willkommen. Siehe hier unsere Infos zum Jahrestraining: http://www.secret-of-tantra.de/jahrestraining-11.phtml
Zum Reinschnuppern: Einsteigerwochenende auf Spendenbasis 11.-13.03.

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2 Antworten zu "Integrales Tantra – der mittlere Weg"

  1. […] seinen Weg über Tibet aber auch nach Zentralchina. Mouse here forVerwandte LinksVerwandte LinksIntegrales Tantra – der mittlere Weg Weitere beliebte ArtikelWas ist Tantrismus? Was ist das Vadjrajana? Was ist das weibliche […]

  2. admin sagt:

    Wahrscheinlich in Nordindien – erinerseits im Himalaya in Kaschmir und Nepal sowie in der Gangesebene, andererseits vor allem auch in Assam und Kamarupa.

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