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Ja und Nein und Tantra

Heute morgen beobachte ich ganz fasziniert unsere kleine Tochter (fast 2) und Wanja (gerade 3 geworden) den Sohn von Kalinka und Max beim Spielen.

Anna ist sehr dagegen, das Wanja ein bestimmtes Spielzeug in seinen Händen hält und wiederholt sehr energisch ihr “Nein, Nein , Nein !!!” Wanja bleibt genauso hartnäckig mit seinem “doch, doch doch” .

Aus meinem Wunsch, einen grösseren Konflikt zu vermeiden – denn damit will ich keine Zeit vergeuden, um weiter in der Küche rödeln zu können- mische ich mich kurz ein und beginne spontan das Ja-Nein Spiel mit Anna.
Ich sagte laut : jaaaaaaaaa zu ihr und sie sagt weiter Nein, nun auch zu mir.
In dem Spiel betone ich das Ja ganz unterschiedlich und wechsel dann plötzlich auch mal zum Nein. Anna steigt meistens ein – so auch diesmal – und es wird ein Spiel der Energien.

Juhu, es klappt, der Ernst verschwindet aus Anna’s Gesichtchen und auch Wanja lacht mit. Das Spielzeug ist unwichtig geworden.

Ein wenig später ertönt aus dem Kinderzimmer Wanja’s Stimme ebenso laut wie bei unserem Spiel vor ein paar Minuten: “Blöde Anna!”(mit grimmigem Gesicht) Anna lacht glucksend und wonnevoll ! dann “liebe Anna!” (mit fröhlichem Gesicht)- wieder lacht Anna glucksend und begeistert. Und wieder ” Blöde Anna!” glucks , lach “lieber Anna!” und noch einige Male hin und her!

Wanja und Anna spielen das Spiel auf ihre Art weiter und haben sichtlich Spass daran… Ich freue mich auch an den beiden, nachdem ich erst etwas irritiert war (streiten sie sich jetzt doch wieder?). Nein – sie genießen einander und die Intensität der Gegensätze!
Genau das ist es doch – so ist das mit der Energie – die Liebe hat viele Formen und auch unsere Gefühle sind letzendlich ein Ausdruck unserer Seins, unserer Liebe. Jedoch vor allem in ihrer reinen puren Form – und das scheint immer wieder so schwierig für uns zu sein.

Da ist Wut, vielleicht sogar Hass auf mein Gegenüber, meinen Partner, meine Freundin. Aber ich verurteile dieses Gefühl, ordne es ein und verdränge es am besten noch oder projiziere es – ja, der andere ist ja wütend auf mich!!
Dieses Gefühl ist zwar intensiv, aber vielleicht gar nicht so gigantisch, wie wir es einschätzen aus unserer Angst heraus, aus unserer Unsicherheit und Ungeübtheit darin, uns damit zu zeigen.

Ich erfahre immer öfter, wie lebendig und richtig es sein kann, mich in meinem puren Gefühl zu zeigen – ohne den anderen dafür verantwortlich zu machen – aber mich zu zeigen in meiner Wut, in meinem Gekränkt-Sein, in meinem Neid . Tatsächlich verändert es sich recht schnell wieder – viel schneller als wenn ich es noch länger in mir rumtrage und nur jedesmal wenn ich die Person sehe meine Ablehnung spüre bzw. eben dieses unausgedrückte Gefühl.

Was hat das mit Tantra zu tun?

Die Sicht des Tantra schliesst für mich das JA zu meinem ganzen Sein ein! Das heißt zu allem was ich empfinde! Und ich lerne, mich nicht dagegen zu wehren, sondern mich transparenter und freier, authentischer in meinem Gefühlsausdruck zu bewegen.

Was nicht heisst ich “kotze” meine Wut egal wem und wann vor die Füße! Aber was ist überhaupt mein authentisches Gefühl – liegt das vielleicht sogar noch hinter der Wut? Das ist kein lauter Vorgang, vielmehr ein bewussteres Spüren und Benennen lernen meines Gefühls und auch die Qualität und Energie des Gefühls da sein zu lassen, aber nicht, indem ich den anderen damit überrolle … Natürlich kann mein Gegenüber seine eigene Abwehr, Themen mit den jeweiligen Gefühlen aktivieren …aber vielleicht ist er/sie auch eher nicht so identifizeirt und kann dich nehmen, wie du gerade bist – in deiner Ehrlichkeit und Authentizität!
Thomas Hübl lädt in seiner Arbeit mit Menschen dazu ein: “Schenk dich uns ganz! Mit all deiner Scham, deiner Wut, deinem Neid – denn es ist Energie, die du sonst zurückhältst und die dich blockiert! Aber natürlich auch mit deinem Strahlen, deiner Liebe und Berührtheit”.

Das ist auch meine Erfahrung und ich forsche täglich. Die Kinder sind mir tolle Spiegel dabei!

Herzliche Grüsse von Mara

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Veröffentlicht unter: Mara

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