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Kansha-Massage 2009

Hallo ihr Lieben,

Referent ist der in Köln lebende Masseur und frühere Odier-Schüler Kolja Kaiss. Die Kansha-Massage bezieht sich stark auf die von Daniel Odier gelehrte Kaschmirische Massage, ohne ihren Anspruch auf direkte spirituelle Übertragung zu teilen.

Zu diesem Anlass möchte ich über meine persönlichen Erfahrungen mit der Kansha-Massage schreiben.
Zum ersten Mal habe ich eine solche Massage von einer Freundin erhalten, die sie eben bei Kolja gelernt hatte. Ich fand es unglaublich – das Gefühl, das ich dabei hatte, war mir vorher unbekannt gewesen. Trotz der sehr intimen Position (bei der Kansha liegt der Empfänger meist mit der Hüfte auf den überkreuzten Beinen des Massierenden) ging das Gefühl weniger in Richtung Erotik, sondern wurde zu einer großen Weite und Öffnung im Erleben, das man vielleicht am besten als „Resonanz mit dem Kosmos“ bezeichnen kann.
Bei der nächsten Gelegenheit habe ich diese Massage auch gelernt, und ich muss sagen, dass sie seither meine Lieblingsmassage geworden ist. Wenn mans so will, ist sie eigentlich gar keine Massage, sondern ein Gruß meines Körpers (oder besser gesagt Bodyminds)an den Körper des anderen. Eine Möglichkeit, ganz ohne Technik die Energie so fließen zu lassen, wie sie fließen will. Durch die Vorübungen ist man darin geübt, ganz, ganz wach zu sein für den Aufgenblick, für das, was jetzt gerade stimmt an Berührung. Und jetzt. Und jetzt. Und, oh Wunder – dabei entsteht eine erstaunliche Resonanz mit dem Körper des Empfangenden, man lebt zu zweit die echte und authentische Energie des Moments.

Die Techniken, die du bisher schon erlernt hast, die darfst du jetzt wieder vergessen zugunsten der Berührungsweisheit, die du im Jetzt mit den Augen deines Körpers ablesen kannst. Und das kann variieren, von einer zarten, kaum spürbaren subtilen Berührung bis hin zu intensiven erotischen erfahrungen, ja nach der Weisheit des Moments.

Als Empfänger musst du gar nichts tun, selbst den Wechsel der Position wird dir vom Masseur abgenommen – die Kansha-Massage birgt eine Vielzahl genialer Tricks, mit denen du einen Körper z.B. von der Rücken- in die Seitenlage oder Bauchlage drehen kannst. Das führt mit ziemlicher Sicherheit dazu, dass du nach und nach in eine besondere Trance gleitest, die sich weder nach Schlaf noch nach Wachsein anfühlt – am ehesten vielleicht noch wie Yoga Nidra.

Ich bin nach einer Kansha-Behandlung niemals ausgepowert, sondern immer wacher und zufriedener als ich es vorher gewesen bin. Vor allem habe ich danach das beglückende Gefühl von jemand, der gerade für einige Zeit an der Quelle angeschlossen war.

Das eigentliche Geschenk der Kansha-Massage ist jedoch in Worten schwer zu vermitteln. Hier entfaltet sich eine unmittelbare Sprache des Jetzt, des Atmens, des Bodyminds. Ich als früherer professioneller tantrischer Masseur bekenne mich als Konvertit. Ich gebe andere Massagen nur noch auf Anfrage. Kansha ist mein Massagemodus, in dem ich mich zu Hause fühle.

Namasté
Euer Silvio

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Veröffentlicht unter: Silvio

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