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Meditation oder Therapie ?

Es gibt den Weg des Ostens: Meditation. Wir sitzen oder gehen, und beobachten dabei unseren Geist. Am Anfang wird das recht anstregend sein, weil wir aus dem Denken gar nicht mehr rauskommen. Der Geist verhält sich in der Regel “wie ein betrunkener Affe”. Mit zunehmender Übung werden wir erfahren, wie sich die Gedanken mehr und mehr lichten. Und nun das Erstaunliche: wir können unseren Geist beobachten, das, was vorher Subjekt war, wird nun zum Objekt.
Sind wir nun eine weile mit dieser Praxis vertraut, werden wir feststellen, dass wir einen gewissen Abstand zu den Dingen gewinnen, dass uns der Alltags-Stress nicht mehr so stark übermannt, dass wir selbst in sehr emotionalen Situationen noch einen Rest von Übersicht bewahren.

Therapie ist der “Weg des Westens” und hilft uns, unsere “Schatten”, Ängste und Abspaltungen mit der Unterstützung eines professionellen Helfers durchzuarbeiten. Das Unbewusste wieder bewusst zu machen und wieder Verantwortung für meine Gefühle zu übernehmen. Eine gute Therapie ist eine Reise nach innen und führt zu Heilung. Viele sind danach erst in der Lage, produktive Beziehungen zu leben, Erfüllung im Beruf zu finden oder ihre Sexualität und Sinnlichkeit zu genießen.

Ist es nun dasselbe, ob ich den Weg des Westens oder den des Ostens gehe? Führt es zu ähnlichen Ergebnissen?
Ich würde sagen, Therapie führt mitten in die Themen und Probleme hinein und versucht, diese bewusst zu machen und dadurch aufzulösen. Therapie bringt dich dazu, dahin zu schauen, wo du nicht gerne hinschaust: wo deine blinden Felcken sind und deine Schatten.
Meditation geht deine Probleme nicht direkt an. Durch die Praxis der Beobachtung lernst du, den Dingen des Alltags mehr und mehr die Kraft zu entziehen. Alles wird leichter und friedlicher. Die Probleme werden nicht gelöst, aber oft erledigen sie sich. Du bist nicht mehr mit ihnen identifiziert.

Therapie allein macht dich vielleicht gesünder, aber nicht freier. Sie unterstützt nicht unbedingt die spirituelle Entwicklung.
Meditation macht dich freier, aber nicht unbedingt gesünder. Im Falle einer schweren Verdrängung oder Abspaltung kann sie sogar zu einer Verschlimmerung führen, da sie immer wieder zu einer Nicht-Identifikation führt, wo es doch geboten wäre, sich endlich mal zu identifizieren!

Leider haben die alten Traditionen nichts, was äquivalent zu einer Therapie oder Schattenarbeit wäre. Am besten ist es, beides zu kombinieren. Meditation und Therapie können sich wunderbar ergänzen, weil sie unterschiedlich ansetzen. Wenn du Meditation und Therapie kombinierst, erreichst du wesentlich bessere Ergebnisse, wie wenn du die doppelte menge von einer Sache machst! (natürlich spreche ich hier immer von Angeboten von hoher Qualität). Wenn du dann noch Körperarbeit und Geistestraining dazu nimmst, wird sich dein “Körpergeist” harmonisch und ausgeglichen weiterentwicklen. Tantra zum Beispiel setzt auf die Kombination verschiedener Methoden und bietet sich als Weg für die heutige Zeit besonders an.

Soweit für heute – alles Liebe von Silvio

Geschrieben von

Veröffentlicht unter: Silvio

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