Artikel Kommentare

Tantra Blog » Silvio » Tantra und männliche Sexualität

Tantra und männliche Sexualität

Um gleich mit einem Vorurteil aufzuräumen: Für viele Menschen, vor allem im angelsächsischen Sprachraum ist Tantra ein Synonym für softie-artigen Blümchen-Sex, dem alles Erotische entzogen wurde. In der Tantra-Tradition ist das keineswegs der Fall. Hier wurden vielmehr Menschen ohne Leidenschaft und Sex-Appeal gar nicht zu den weitergehenden Ritualen zugelassen.
Im Tantra geht es vielmehr darum, seine ganze Kraft und Leidenschaft voll zu schenken UND sie zu veredeln und daraus reines Bewusstsein zu destillieren. Viele Männer haben das Bedürfnis, Grenzen zu sprengen, zu durchdringen, einzudringen, zu penetrieren. Tantra möchte den Mann dazu einladen, all diese Seiten in die Begegnung reinzutragen und gleichzeitig zur Ruhe zu kommen mit der Frau, in der Frau.

Ich spreche jetzt vom heterosexuellen Mann, mit bestimmten Abstrichen und Veränderungen gilt das auch für schwule Männer.

Männer sollen im Tantra lernen,

1. Frauen zu respektieren und zu ehren
2. Sex- und Herz gleichzeitig zu öffnen
3. den Orgasmus hinauszuzögern
4. die sexuelle Begegnung immer mehr auszudehnen bis zu einer Stunde oder drüber
5. Hingabefähigkeit
6. innere Orgasmen zu lernen, evtl. auch multiorgasmisch zu werden.

1. Im Tantra wird die Frau als Abbild des göttlichen weiblichen Prinzips gesehen. Für den normalen maskulinen Typ erscheint das Weibliche aber oft chaotisch, zusammenhanglos, überemotional und verwirrend. Das ist nicht wirklich so, nur dem Menschen mit maskulinem Kern erscheint das oft so. Tantra heißt, die Richtung zu drehen: ich erkenne an, dass genau diese Eigenschaften, die mir fremd und andersartig vorkommen, auch die Anziheng zur Frau ausmachern, und ich beginne, das Weibliche zu verehren, gerade da, wo ich es auch vordergründig nicht verstehe. Ich versuche auch die konkreten Frauen zu schätzen, mit Respekt zu behandeln und sie so zu nehmen, wie sie sind. gerade dies ist ein Grundgebot im Tantra und das hat sich in Indien in einer sehr patriarchalen Zeit etabliert.
Das heißt nicht, dass ich mir auf der Nase herumtanzen oder mich von einer Frau zum Affen machen lasse. Wer den Unterschied nicht kennt, der sei auf dieses fantastische Buch hingewiesen: David Deida- der Weg des Mannes

2. Ein Mann sollte immer ein offenes Herz haben, auch und gerade dann auch, wenn es weh tut. Wir neigen oft, uns vor den Verstrickungen und Schwieirigkeiten des Lebens zu verschließen und abzukapseln und lullen uns in eine kontaktlose Souveränität ein, die mit wahrer Stärke und Männlichkeit wenig zu tun hat. In Verbindung mit Frauen geht es vielen Männern immer noch so, dass sich das Begehren eher da einstellt, wo das Herz nicht so offen ist. Wo wir hingegen richtig lieben, wird oft unser Rückgrat weich und damit auch andere Körperteile. Wenn es auch weniger wird, es gibt sie immer noch: die Spaltung der weiblichen Wesen in die Heilige, die wir lieben, aber nicht begehren, und die Hure, bei der es umgekehrt ist.
Die Körpertechniken und Heilmethoden des tantrischen Wegs haben das Ziel, diese Lücke zu schließen und den Mann zu befähigen, mit Herz und Becken gleichermaßen leidenschaftlich zu sein – und das auch zu bleiben!

3. Tantra und Yoga haben eine Reihe von Tricks und Techniken entwickelt, mit deren Hilfe der Mann seinen Samenerguß wirkungsvoll verzögern kann und so auch zu einer längeren und tieferen erfahrung seiner Lust kommt. Osho, der große Tantra-Meister, sagte einmal: Sex besteht aus einem Anfangsteil und einem Endteil. Tantra dehnt den Anfang immer weiter hinaus.

4. Um spirituelle Energie aus dem Sex zu „destillieren“, sollte die sexuelle Begegnung mindestens 45 Minuten dauern. Wer es schon mal gemacht hat, weiß: etwa ab der Zeit beginnt der Körper, Endorphine und andere Stoffe auszuschütten, die dich in eine Art „sexuelle“ Trance bringen: du wirst ganz ohne Drogen high.
Für den Mann bedeutet das allerdings, dass er weder kommen noch erschlaffen sollte, was zuerst nicht so einfach erscheint (aber geübt werden kann). Außerdem muss man(n) evtl. durch bestimmte Phasen durch, in denen die Lust scheinbar nachlässt und auch Gefühle wie Langeweile aufkommen. Erfahrene Tantriker wissen, dass es sich lohnt, und das nicht nur, weil die Frau dann ganz anders in Fahrt kommt und auch emotional tief berührt ist.

5. Nicht zuletzt heißt es im tantrischen Sex (und in jedem anderen guten Sex !) für den Mann auch, ganz loszulassen, seine Kontrolle aufzugeben. Wenn du durch deine Präsenz das Feuer der Frau entzündet hast, wird wie – ganz hingegeben – zur heißen schmelzmasse, in die auchdu dichdann hineinbegeben musst, um mit ihr zusammen völlig aufzugehen in der sexuellen Hitze und in der Liebe, bis ihr beide aufhört, als Einzelwesen zu existieren.
Viele Männer sind der Kontrolle verhaftet und können das nicht mit der Hingabe. das hat oft mit körperlichen Blockaden zu tun. Tieferes Atmen, Entspannung der Muskeln etc., all das will gekonnt und manchmal auch gelernt sein!

6. Eine wichtige Strömung innerhalb des Tantra und auch in verwandten Schulen, wie dem sexuellen Tao, lehren den Mann, auf den gewöhnlichen Orgasmus zu verzichten und durch bestimmte Atemtechniken und Kontraktionen des Beckenbodenmuskels den Orgasmus nach innen zu lenken, zu einem Ganzkörperorgamus zu machen, wie ihn sonst eher Frauen erleben. Im Gegensatz zur Ejakulation fühlt man(n) sich danach in voller Kraft, kann weitermachen mit dem Sex oder aber auch Bäume ausreißen, ohne dass sich der schäfrige, weiche Zustand einstellt, der den meisten nach dem „Abspritzen“ ach so vertraut ist. Diese Techniken kann man weiterentwicklen, dass man bei einer Begegnung bis zu 10 Orgasmen haben kann, also als mann multiorgastisch zu werden. Ich erzähle hier keine Mythologie, sondern kenne die Techniken selbst und habe sie gemeistert – in höheren Stufen unserer Ausbildung wird das auch gelehrt!

So, das waren nun einige wichtige aussagen zur männlichen Sexualität. Männer, Frauen und Paare mit Interesse können sich an uns oder andere Tantra- und Tao-Institute wenden.

Geschrieben von

Veröffentlicht unter: Silvio

3 Antworten zu "Tantra und männliche Sexualität"

  1. Harald sagt:

    Dieser Artikel zeigt mir, dass man wirklich seine Einstellung zum Sex mal neu ordnen sollte. Mit Ruhe und einer ordentlichen Portion Gelassenheit kommt man anscheinlich wirklich weiter. Hier habe ich heute viel dazugelernt.
    Danke dafür!

  2. admin sagt:

    Namasté, Harald. Mögest du eine gute Führung haben!

  3. Bryan sagt:

    „Diese Techniken kann man weiterentwicklen, dass man bei einer Begegnung bis zu 10 Orgasmen haben kann, also als mann multiorgastisch zu werden. Ich erzähle hier keine Mythologie, sondern kenne die Techniken selbst und habe sie gemeistert – in höheren Stufen unserer Ausbildung wird das auch gelehrt!“

    Ich würde gerne Infos zu diese Techniken meistern. Bitte um Rückmeldung und ich habe schon eine tantra Ausbildung.
    Ist das in deinem Buch erklärt?

Schreibe einen Kommentar

*